Das "RISE"-projektAllgemeine medizinische Lehrmeinung war es, dass Stimulation von de-enervierten Muskeln unmöglich sei. Neueste Ergebnisse aus der Forschung beweisen jedoch, dass FES ein wirkungsvolles Mittel ist, de-enervierte Muskeln zu erhalten, zu regenerieren und ihre Funktionsfähigkeit wiederherzustellen.
Im November 2001 wurde das europäische Projekt RISE ins Leben gerufen. In seiner Laufzeit von 4 Jahren wurden Anwendungsmöglichkeiten für FES bei de-enervierten Muskeln erforscht. Insgesamt 6 verschiedene Institute waren bei dieser Studie beteiligt, u.a. auch aus den USA und Australien.
Bei Muskeln mit intakten "lower motor neuronen" sorgt die Stimulation des Muskelnervs dafür, dass alle Muskelfasern aktiviert werden. Sollte es der Fall sein, dass der Muskelnerv nicht mehr funktionell ist, kann eine Muskelkontraktion nur dadurch hervorgerufen werden, indem man jede Muskelfaser einzeln stimuliert. Um nun genügend einzelne Muskelfasern gleichzeitig zu stimulieren, wäre es nötig ein großes homogenes elektrisches Feld zu erzeugen. Dazu wäre viel Strom nötig. Die damit verbundene unerwünschte Problematik ist jedoch, dass dabei auch umliegende Muskeln angesprochen werden.
Letztlich beweist die Studie, dass Muskelgewebe, welches sogar mehr als 10 Jahr nicht mehr aktiv war, in der Lage ist zu regenerieren. Hierzu ist es jedoch erforderlich, täglich, über einen jahrelangen Zeitraum, intensive FES anzuwenden, die ebenfalls mit wesentlich stärkeren Stromimpulsen arbeitet, als FES in gebräuchlichen Anwendungen. Durch europäische Gesetzgebung wurde die die maximale Impulsstärke für handelsübliche Geräte auf 0,3 Joule begrenzt.
Im Verlauf der Muskelregeneration ist jedoch eine viel schwächere Stimulation durch FES ausreichend. Für Muskeln die weniger als 2 Jahre de-enerviert sind, ist die Anwendung von FES wesentlich unkomplizierter und ebenfalls sind ist hier die Regenerationszeit viel geringer.
Zusätzliche Information über das "RISE"-Projekt erhalten sie auf der Webseite der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, Österreich. |
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