Über uns

Ein innovativer Gedanke

Als ich Student an der Universität Nimwegen war, las ich einmal einen Artikel über Menschen mit Rückenmarkverletzungen, die Funktionelle Elektrostimulation erhielten. Diese elektrische Muskelstimulation wurde angewandt, um Muskel- und Organfunktionen wiederherzustellen und außerdem indirekte medizinische Komplikationen, die bei Querschnittslähmungen auftreten, zu verhindern. Der Artikel beschrieb eine gelähmte Person, die auf einem Trainingsbike saß, das mit einem Stimulationsgerät verbunden war, das Muskelkontraktionen in Beinen und Gesäß hervorrief. Hierbei wurden die elektrischen Impulse so koordiniert, dass sich eine Kreisbewegung wie beim Radfahren ergab.
Als ich diesen Artikel las, wurde mir auch klar, dass die Patienten zu einem besonderen Labor auf dem Universitätscampus kommen mussten, um eine solche Behandlung zu erhalten. Sofort kam mir der Gedanke, dass diese Technik den Menschen zu Hause zur Verfügung stehen sollte. Im Verlauf der darauf folgenden Jahre, blieb dieser Gedanke in meinem Kopf, während ich weiter an der Universität studierte und später arbeitete.
Auf Grund meiner Studien in Toxikologie und Trainingsphysiologie war ich mir immer der Folgeerscheinungen von Rückenmarkverletzungen bewusst. Querschnittslähmung an sich ist schon verheerend, aber sie bringt auch Nebenerscheinungen mit sich wie starken Muskel- und Knochenschwund und verminderten Blutkreislauf, was wiederum zu Gewebeproblemen führen kann. Wenn man zudem den Körper nicht genügend bewegen kann, erhöht sich das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen.

Rik rijdt een prototype

FES bietet die Lösung für solche Probleme, vor allem wenn sie mit Herz- und Gefäß-Training kombiniert wird. Das Problem war jedoch, dass entsprechende Stimulationsgeräte nur selten in Reha-Zentren zu sehen waren - und erst recht nicht in den Wohnungen der Menschen, die sie brauchten. Meine Idee war, die FES-Technologie mit einem kompakten feststehenden Fahrrad oder einem Dreirad zu verbinden, sodass der Benutzer zu Hause üben konnte oder sogar draußen auf der Straße.
Als meine Beziehung im Jahr 2000 endete und ich wieder allein lebte, hatte ich plötzlich die Zeit, meine Idee weiter zu entwickeln. Ich fand heraus, dass es bereits in sechs verschiedenen Ländern Versuche gegeben hatte, ein Bike mit FES-Technologie zu konstruieren. Aber die Strecke, die zurückgelegt werden konnte, wenn nur die Kraft der funktionell stimulierten Muskeln verwendet wurde, war so kurz, dass all diese Versuche nicht weitergeführt hatten und wertlos waren. Um die Bewegung der stimulierten Muskeln zu unterstützen und das Training besser zu nutzen, beschloss ich, die FES-Technologie mit einem Dreirad zu kombinieren, das sowohl mit Bein- wie mit Armkraft bewegt wurde.

Dies war die Geburt des BerkelBike, einer Kombination von Handbike und Liegerad, das sowohl mit Pedalen wie mit Handkurbeln fortbewegt wurde. Hierdurch konnten schwache Beine bei der Bewegung der Pedale unterstützt werden, und es wurde ein Ganzkörper-Workout ermöglicht.

Der Prozess der Verwirklichung

Ich brachte meine Ideen im Jahr 2000 zu Papier und schickte die Zeichnungen an drei Institutionen, um eine Subvention zu erhalten. Damals arbeitete ich noch an der Universität Nimwegen, und für mich war höchste Priorität, die Mittel zu finden, um meine Idee weiter zu entwickeln. Dann, ein paar Monate später, gewann ich mit den ersten technischen Zeichnungen den “Milleniumprijs”, eine niederländische Preisvergabe – der erste Prototyp konnte gebaut werden.
Im Jahr 2002 erhielt der Prototyp den Herman Wijffels Innovation Award. Damals beschloss ich, meine Stelle aufzugeben, um mich ganz dem Projekt zu widmen und gründete kurz darauf die Firma BerkelBike BV.
Weitere Finanzierungen folgten, und weitere Prototypen wurden gebaut. Zudem war es nun möglich, einen ersten klinischen Versuch durchzuführen, um die Wirkungen des BerkelBike zu untersuchen. Zehn Personen mit Querschnittslähmung in Brusthöhe nahmen an der Studie teil, die in Zusammenarbeit mit dem Reha-Zentrum der Sint Maartenskliniek und der Fakultät der Radboud University Nijmegen durchgeführt wurde. Über 16 Wochen wurde gemessen, wie das Training mit dem BerkelBike ihre Kondition beeinflusste.
Die Resultate waren vielversprechend! Nicht nur gab es in den Beinen der Teilnehmer eine Zunahme an Muskelmasse und Blutkreislauf, sondern auch deutliche Zeichen von verbesserter Sauerstoffaufnahme und metabolischer Aktivität, wenn man die Ergebnisse mit Training an einem Standard Handbike verglich.
Schließlich, 2005, war die Zeit gekommen, die erste verkaufsfertige Version des BerkelBike bei einer Pressekonferenz in der Sint Maartenkliniek vorzustellen. Kurz nach seiner Einführung in den Markt erhielt das BerkelBike den Kittz Innovation Price und wurde zum besten medizinischen Gerät der letzten zwei Jahre erklärt.

Die Firma heute

Was angefangen hatte als eine Idee, um Menschen mit Querschnittslähmung zu helfen, erwies sich als nützlich für mehrere Erkrankungen. Derzeit benutzen Hunderte von Menschen in über 20 Ländern, die an mehr als 20 Erkrankungen leiden, das BerkelBike.
Auch Menschen, von denen man nicht erwartet hätte, dass ihnen das BerkelBike nützt, lernten das Fortbewegungssystem und die allgemeine Flexibilität des Produkts schätzen. Wer hätte sich z.B. vorstellen können, dass ein Veteran aus Afghanistan ohne Beine das BerkelBike als integralen Teil seines täglichen Lebens beschreiben würde? (LINK)
Die Flexibilität unserer Produkte ist zu einem wesentlichen Teil unserer Firmenidentität geworden. Wir haben uns vorgenommen, es allen zu ermöglichen, unsere Bikes zu benutzen, ganz gleich an welcher Behinderung sie leiden. Daher bieten wir eine große Auswahl von Zusatzgeräten an, um das Bike Ihren besonderen Bedürfnissen anzupassen, und wir haben viele Einzelanfertigungen gemacht in Fällen, bei denen unser vorhandenes Zubehör nicht ausreichte. Ob es sich um Anti-Dekubitus-Kissen und Hundekörbe handelt oder darum, das Bike ohne Hände zu fahren – rufen Sie uns einfach an, und wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, um eine Lösung für Ihre Situation zu finden.

Die Entwicklung des BerkelBike und des BerkelBike FES-Systems wurde ermöglicht in Zusammenarbeit mit Flevobike, Nijland Revalidatie Techniek, Syntens, JWA Systems und Brainquiry R&D. Besonderer Dank gilt Peter Claus und Ben van den Dolder.

Patent

United States Patent Number: US 7,293,623 B2